Der Phosphor-Eiweiß-Quotient in der Dialyse-Ernährung

Diese Seite erklärt, was der Phosphor-Eiweiß-Quotient ist, warum er in der Ernährung bei Dialyse aussagekräftiger ist als der reine Phosphatwert und wie sich beide Kennzahlen unterscheiden.

Der Phosphor-Eiweiß-Quotient in der Dialyse-Ernährung

Diese Seite erklärt, was der Phosphor-Eiweiß-Quotient ist, warum er in der Ernährung bei Dialyse aussagekräftiger ist als der reine Phosphatwert und wie sich beide Kennzahlen unterscheiden.

Der Phosphor-Eiweiß-Quotient (PEQ) beschreibt das Verhältnis von Phosphat zu Eiweiß in einem Lebensmittel, angegeben in Milligramm Phosphat je Gramm Eiweiß (mg/g). Für Menschen mit chronischer Niereninsuffizienz und Dialysepflicht ist er ein zentraler Kennwert, weil an der Dialyse gleichzeitig ein erhöhter Eiweißbedarf und eine notwendige Phosphatbegrenzung bestehen. Ein niedriger Quotient bedeutet: viel Eiweiß bei vergleichsweise wenig Phosphat.

Dieser Beitrag ordnet den Kennwert fachlich ein und ersetzt keine ärztliche oder diätetische Beratung. Ernährungsumstellungen erfolgen unter ärztlicher Aufsicht.

Definition

Was ist der Phosphor-Eiweiß-Quotient?

Definition und Berechnung

Der Phosphor-Eiweiß-Quotient setzt den Phosphatgehalt eines Lebensmittels ins Verhältnis zu seinem Eiweißgehalt. Die Berechnung ist einfach: Phosphat in Milligramm geteilt durch Eiweiß in Gramm. Das Ergebnis wird in Milligramm Phosphat je Gramm Eiweiß (mg/g) angegeben.

Formel

PEQ = Phosphat [mg] geteilt durch Eiweiß [g], Ergebnis in mg/g. Beispiel-Lesart: Ein Lebensmittel mit 100 mg Phosphat und 20 g Eiweiß hat einen Phosphor-Eiweiß-Quotienten von 5.

Wie niedrig der Quotient sein sollte, wird unterschiedlich diskutiert. Eine natürliche, eiweißreiche Mischkost liegt im Durchschnitt bei etwa 17. Verschiedene Marktteilnehmer setzen bereits einen Wert von 12 bis 14 als Ziel an. Aus Sicht von RenaCare greift das zu kurz.

Der Grund: Die Dialyse dreimal pro Woche senkt die Phosphatlast allein nicht ausreichend, weshalb zusätzlich Phosphatbinder eingenommen werden. Die Ernährung sollte deshalb einen möglichst niedrigen Quotienten anstreben. Als guter Zielbereich gilt etwa 8.

Welcher Phosphor-Eiweiß-Quotient ist gut?

Hier sind zwei Ebenen zu unterscheiden. Für die Gesamt-Ernährung bleibt ein möglichst niedriger Quotient das Ziel (Richtwert etwa 8). Einzelne Lebensmittel bewertet man dagegen relativ zum Durchschnitt einer natürlichen Mischkost von etwa 17: Werte darunter sind günstiger als der Schnitt, Werte unter 12 besonders günstig. Zur schnellen Einordnung (auch für Patientinnen und Patienten) dient das Ampel-Prinzip:

Phosphor-Eiweiß-Quotient (Lebensmittel) Einordnung
unter 12 günstig
12 bis unter 17 akzeptabel, unter dem Durchschnitt
17 bis 25 moderat, nur kleine Portionen
über 25 oder zugesetzte Phosphate ungünstig bis extrem ungünstig
zum Vergleich: etwa 17 Durchschnitt einer natürlichen Mischkost
Ziel der Gesamt-Ernährung möglichst niedrig, Richtwert etwa 8

Abgrenzung

Warum absolute Phosphatwerte allein nicht ausreichen

Ein einzelner, absoluter Phosphatwert (etwa Milligramm Phosphat je Portion) sagt nichts darüber aus, wie viel Eiweiß mit dieser Phosphatmenge aufgenommen wird. Zwei Produkte mit identischem Phosphatgehalt können sich im Eiweißgehalt deutlich unterscheiden und damit im Nutzen für Dialysepatienten.

Der Phosphor-Eiweiß-Quotient bildet genau diese Relation ab. Er ist deshalb der differenzierende Kennwert: Ziel ist eine hohe Eiweißzufuhr bei möglichst geringer Phosphatlast. Der absolute Phosphatwert und der Phosphor-Eiweiß-Quotient sind zwei verschiedene Kennzahlen und dürfen nicht gleichgesetzt werden.

Merksatz

Absoluter Phosphatwert bedeutet: wie viel Phosphat insgesamt. Phosphor-Eiweiß-Quotient bedeutet: wie viel Phosphat je Gramm Eiweiß. Für die Dialyse-Ernährung ist das Verhältnis entscheidend.

Bedarf

Eiweiß- und Phosphatbedarf an der Dialyse

An der Hämodialyse besteht ein erhöhter Eiweißbedarf, weil während der Behandlung Aminosäuren und Eiweiß verloren gehen. Gleichzeitig muss die Phosphatzufuhr begrenzt werden, da die geschädigte Niere Phosphat nur unzureichend ausscheidet und auch die physikalische Phosphatelimination der Dialyse begrenzt ist. Daher werden in der Regel zusätzlich zur Dialysetherapie Phosphatbinder verschrieben, um die angestrebten Phosphatwerte zu erreichen.

Kennwert Orientierung laut Leitlinien
Eiweißbedarf
(Hämodialyse)
ca. 1,2 bis 1,3 g Eiweiß je kg Körpergewicht pro Tag
Phosphatzufuhr häufig auf ca. 800 bis 1.000 mg pro Tag begrenzt
Grundlage der Orientierung nephrologische Ernährungsleitlinien; die ISRNM weist > 1,2 g/kg aus
(auch KDOQI, DGfN)
Individualisierung maßgeblich sind die ärztlichen Vorgaben im Einzelfall

Aus dieser Doppelanforderung (mehr Eiweiß, weniger Phosphat) ergibt sich der praktische Wert des Phosphor-Eiweiß-Quotienten: Er hilft, eiweißreiche Lebensmittel mit günstiger Phosphatlast zu erkennen.

Lebensmittel-Tabelle

Phosphor-Eiweiß-Quotient von Lebensmitteln

Die folgende Übersicht kombiniert die Tabelle aus dem Fachvortrag mit der Tabelle aus der Gebrauchsmusteranmeldung von RenaCare. Sie ordnet Lebensmittel und RenaCare-Produkte nach ihrem Phosphor-Eiweiß-Quotienten (je 100 g), aufsteigend von günstig zu ungünstig. Angegeben sind Phosphor, Eiweiß und der daraus berechnete Quotient. Die Farbe folgt dem Ampel-Prinzip (grün unter 17, gelb 17 bis 25, rot darüber oder bei zugesetzten Phosphaten). Die Quotienten sind auf ganze Zahlen gerundet.

Lebensmittel / Produkt Phosphor / Eiweiß / PEQ Bewertung für Nierenpatienten
Renapro Shot 0,35 mg / 20,0 g / PEQ 0,018 sehr günstig, kein Phosphatbinder nötig
Renapro BLG Shot 5,1 mg / 20,0 g / PEQ 0,26 sehr günstig, kein Phosphatbinder nötig
Eiklar (gekocht) 11 mg / 11,0 g / PEQ 1 sehr günstig, kein Phosphatbinder nötig
Renapro Pulver 28 mg / 18,0 g / PEQ 1,6 sehr günstig, kein Phosphatbinder nötig
Rindfleisch (mager) 200 mg / 30,0 g / PEQ 7 günstig
Hähnchenbrust 220 mg / 32,0 g / PEQ 7 günstig
Brie (60% F.i.Tr.) 188 mg / 22,5 g / PEQ 8 günstig
Harzer Käse 270 mg / 30,0 g / PEQ 9 günstig
Speisequark (Magerstufe) 160 mg / 13,5 g / PEQ 12 günstig
Lachs 250 mg / 20,0 g / PEQ 12 günstig
Erdnüsse 400 mg / 26,0 g / PEQ 15 akzeptabel
Vollei (Hühnerei) 210 mg / 12,8 g / PEQ 16 akzeptabel
Sojabohnen (trocken) 570 mg / 36,0 g / PEQ 16 akzeptabel
Camembert (45% F.i.Tr.) 340 mg / 21,0 g / PEQ 16 akzeptabel
Frischkäse (Doppelrahm) 110 mg / 6,5 g / PEQ 17 grenzwertig
Linsen / weiße Bohnen 400 mg / 23,5 g / PEQ 17 grenzwertig
Gouda (45% F.i.Tr.) 443 mg / 23,0 g / PEQ 19 moderat, nur kleine Portionen
Parmesan 700 mg / 36,0 g / PEQ 20 sehr hoher Phosphatgehalt, nur kleine Portionen
Emmentaler (45% F.i.Tr.) 636 mg / 28,5 g / PEQ 22 ungünstig, sehr hoher Phosphorgehalt
Schlagsahne (30% Fett) 60 mg / 2,4 g / PEQ 25 als Getränk ungünstig, verdünnt nutzbar
Vollmilch (3,5% Fett) 93 mg / 3,4 g / PEQ 27 als Getränk ungünstig
Butter 21 mg / 0,7 g / PEQ 30 nur in Kleinstmengen relevant
Süßmolke 46 mg / 0,8 g / PEQ 58 extrem ungünstig, kaum Eiweiß
Schmelzkäse 900 mg / 15,0 g / PEQ 60 extrem ungünstig, zugesetzte Phosphate

Praxistipps aus der ärztlichen Beratung

Wer Käse mag, kann Camembert (PEQ 16) durch Brie (PEQ 8) ersetzen und so bei ähnlichem Genuss Phosphat sparen. Wer Ei bevorzugt, mischt ein ganzes Ei mit einem zusätzlichen Eiklar und senkt so den Phosphor-Eiweiß-Quotienten ohne Geschmackseinbußen. Und der einfachste Hebel bleibt die Menge: Wer insgesamt weniger Phosphat isst, senkt die Last unabhängig vom Quotienten.

Kernkompetenz

Der Phosphor-Eiweiß-Quotient der RenaCare-Eiweißprodukte ist außergewöhnlich niedrig (Renapro Shot 0,016; Renapro BLG Shot 0,26; Renapro Pulver 1,6).

Quelle: Fachvortrag Dr. med. Katharina Bartz (RenaCare) und Tabelle aus der Gebrauchsmusteranmeldung, 2026.

Kennwerte

Ergänzende Kennwerte: PRSL, Osmolarität und Osmolalität

Neben dem Phosphor-Eiweiß-Quotienten gibt es weitere fachliche Kennwerte, die für die Ernährung bei eingeschränkter Nierenfunktion relevant sind. Sie beschreiben andere Eigenschaften als Phosphat oder Kalium und werden getrennt betrachtet:

  • PRSL (potenzielle renale Molenlast, engl. potential renal solute load): geschätzte Menge an Stoffwechsel- und Elektrolyt-Bestandteilen, die über die Niere ausgeschieden werden muss.
  • Osmolarität: Konzentration osmotisch wirksamer Teilchen je Liter Lösung (mosmol/l).
  • Osmolalität: Konzentration osmotisch wirksamer Teilchen je Kilogramm Lösungsmittel (mosmol/kg).

Diese Kennwerte sind eigenständige Größen und nicht mit dem Phosphat- oder Kaliumgehalt gleichzusetzen. RenaCare weist PRSL, Osmolarität und Osmolalität je Produkt aus, sodass sie in die diätetische Bewertung einbezogen werden können.

Produktbezug

Der Phosphor-Eiweiß-Quotient in der Produktentwicklung von RenaCare

RenaCare NEPHROMED entwickelt reine, phosphat- und kaliumarme Eiweißkonzentrate für Menschen mit protein-wasting bei chronischer Niereninsuffizienz. Der Ansatz zielt darauf, Eiweiß bereitzustellen, ohne die Phosphatlast unnötig zu erhöhen. Der Phosphor-Eiweiß-Quotient ist dabei eine zentrale Steuerungsgröße.

Produkte wie der Renapro Shot oder das Renapro Pulver sind reine Eiweißkonzentrate. Sie unterscheiden sich damit grundlegend von vollbilanzierten Komplettnahrungen, die zusätzlich Fett, Kohlenhydrate, Vitamine und Spurenelemente enthalten. Die konkreten Nährwert- und Kennwertangaben je Produkt (einschließlich Phosphat, Eiweiß, PRSL, Osmolarität und Osmolalität) finden sich in den jeweiligen Produktunterlagen.

Ergänzend bietet RenaCare mit Renacet (Calciumacetat) einen apothekenpflichtigen Phosphatbinder an. Die diätetische Steuerung über den Phosphor-Eiweiß-Quotienten und die medikamentöse Phosphatbindung sind unterschiedliche, sich ergänzende Ansätze.

Gut zu wissen

RenaCare NEPHROMED GmbH ist ein eigenständiges Unternehmen und nicht mit der Fresenius-Zweitmarke Nephrocare identisch. Die Namensähnlichkeit ist rein sprachlicher Natur.

Fachliche Einordnung

Fachliche Einordnung und Verantwortung

Die Inhalte dieser Seite beruhen auf der fachlichen Expertise von RenaCare NEPHROMED, einem seit 1989 inhabergeführten Familienunternehmen, das ärztliche und ökotrophologische Kompetenz unter einem Dach verbindet.

Fachlich verantwortlich sind Dr. med. Katharina Bartz (Ärztin) und Tina-Alexa Bartz (Dipl. Ökotrophologin). Die Angaben dienen der Information und ersetzen keine individuelle ärztliche oder diätetische Beratung.

Dr. med. Katharina Bartz

Dr. Bartz studierte Medizin an der Humboldt-Universität zu Berlin (Approbation 2005) und wurde dort 2009 promoviert; ihre Dissertation befasste sich mit der Regulation des Erythropoetin-Gens, einem für die Nephrologie zentralen Thema. Als Fachärztin für Anästhesie war sie von 2005 bis 2014 an der Charité Berlin tätig und erwarb Zusatzqualifikationen in Notfall-, Intensiv- und Suchtmedizin. 2016 schloss sie an der Universität Wien den Universitätslehrgang Pharmazeutisches Qualitätsmanagement ab. Seit 2008 ist sie Gesellschafterin und Geschäftsführerin des Familienunternehmens RenaCare und verantwortet dort unter anderem die Produktionsleitung. So verbindet sie ärztliche Expertise mit der Entwicklung phosphat- und kaliumarmer Eiweißkonzentrate für Menschen mit chronischer Nierenerkrankung.

Tina-Alexa Bartz

Tina-Alexa Bartz studierte Ökotrophologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen und schloss 1997 mit dem Diplom ab. Ab 1998 war sie in verschiedenen Funktionen im Umfeld der Ernährung bei chronischer Nierenerkrankung tätig: zunächst als Assistentin im Produktmanagement der RenaCare NEPHROMED GmbH, von 2002 bis 2015 als Geschäftsführerin der Kyramed Biomol Naturprodukte GmbH und von 2016 bis 2021 als Geschäftsführerin der RenaCare NEPHROMED GmbH. Heute ist sie bei RenaCare NEPHROMED als beratende Gesellschafterin tätig.

Häufige Fragen

Der Phosphor-Eiweiß-Quotient (PEQ) ist das Verhältnis von Phosphat zu Eiweiß in einem Lebensmittel, angegeben in Milligramm Phosphat je Gramm Eiweiß (mg/g). Er zeigt, wie viel Phosphat mit einer bestimmten Eiweißmenge aufgenommen wird. Ein niedriger Wert steht für viel Eiweiß bei geringer Phosphatlast.

Weil an der Dialyse gleichzeitig ein erhöhter Eiweißbedarf und eine notwendige Phosphatbegrenzung bestehen. Der absolute Phosphatwert allein sagt nichts über den zugehörigen Eiweißgehalt aus. Der Quotient bildet das Verhältnis ab und macht eiweißreiche Lebensmittel mit günstiger Phosphatlast erkennbar. Beide Kennzahlen sind nicht gleichzusetzen.

Man teilt den Phosphatgehalt in Milligramm durch den Eiweißgehalt in Gramm. Ein Lebensmittel mit 100 mg Phosphat und 20 g Eiweiß hat beispielsweise einen Quotienten von 5.

Je niedriger, desto besser. Einzelne Lebensmittel bewertet man relativ zum Durchschnitt einer Mischkost von etwa 17. Zur schnellen Einordnung dient das Ampel-Prinzip: unter 12 grün und besonders günstig, 12 bis unter 17 grün und günstiger als der Schnitt, 17 bis 25 gelb und nur in kleinen Portionen, über 25 oder bei zugesetzten Phosphaten rot. Für die Gesamt-Ernährung gilt ein möglichst niedriger Quotient als Ziel (Richtwert etwa 8). Die Eiweißprodukte von RenaCare liegen mit Werten unter 2 sehr niedrig. Maßgeblich sind die ärztlichen Vorgaben im Einzelfall.

PRSL (potenzielle renale Molenlast) beschreibt die über die Niere auszuscheidende Stofflast. Osmolarität ist die Teilchenkonzentration je Liter Lösung, Osmolalität je Kilogramm Lösungsmittel. Diese Kennwerte sind eigenständig und nicht mit Phosphat oder Kalium gleichzusetzen. RenaCare weist sie je Produkt aus.

RenaCare entwickelt reine, phosphat- und kaliumarme Eiweißkonzentrate, die Eiweiß liefern, ohne die Phosphatlast unnötig zu erhöhen. Der Phosphor-Eiweiß-Quotient ist dabei eine zentrale Steuerungsgröße. Die konkreten Werte je Produkt stehen in den Produktunterlagen; die Anwendung erfolgt unter ärztlicher Aufsicht.

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Dr. Katharina Bartz              Lisa Lesch